Selbstbestimmt leben
- 1. Feb.
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Selbstbestimmung und persönliche Freiheit als Mama und in einer Partnerschaft sind ein Thema, das mich schon länger begleitet. Vielleicht, weil es so leise ist. Vielleicht, weil man darüber selten ehrlich spricht.
Wie viel Unabhängigkeit ist möglich, wenn man Mutter ist, privat wie beruflich? Wie sehr darf man bei sich bleiben, ohne das Gefühl zu haben, jemandem etwas wegzunehmen? Und wie schafft man es, eigene Ziele nicht aus den Augen zu verlieren auch dann, wenn das Leben plötzlich ganz andere Prioritäten setzt?
Mutter zu werden bedeutet nicht, sich selbst aufzugeben. Und doch passiert genau das oft schleichend, gut gemeint, fast unbemerkt. Eigene Wünsche rücken nach hinten, Träume werden vertagt, Bedürfnisse leiser. Nicht, weil man sie nicht mehr hat, sondern weil sie keinen Platz mehr zu haben scheinen.
Dabei braucht Selbstbestimmung als Mama mehr als nur den eigenen Willen. Es braucht Rahmenbedingungen, wie Zeit, Verlässlichkeit und ein Umfeld, das nicht nur erwartet, sondern auch trägt.
Äussere Faktoren wie finanzielle Unabhängigkeit trotz Teilzeitjob beeinflussen das Gefühl der Selbstbestimmtheit sehr und sind oft unterschätzt.
Und dann ist da noch das eigene innere Bild. Der Anspruch, allem gerecht zu werden. Das schlechte Gewissen, sobald man sich selbst wichtig nimmt. Die Angst, egoistisch zu sein nur weil man weiterhin wachsen möchte.
Für mich bedeutet selbstbestimmt leben, sich selbst nicht zu verlieren, auch mit Kind und Partner. Sich zu erlauben, sich weiterzuentwickeln. Eigene Wege zu gehen. Behutsam, zwar langsamer und im Rahmen der aktuellen Möglichkeiten, vielleicht leise, aber bewusst.
In der Fotografie finde ich meinen Gegenpol zum Alltag. Einen Ort, an dem ich mich ausdrücken darf und mich selbst wieder erkenne, unabhängig von Erwartungen und meine persönliche Perspektive zeigen kann
Wir sollten uns selbst ernst nehmen und zeigen, dass ein erfülltes Leben viele Facetten hat.
Selbstbestimmung ist kein Zustand. Es ist ein Prozess. Ein ständiges Austarieren zwischen Verantwortung und Freiheit, Fürsorge und Selbstfürsorge.
Und vielleicht beginnt sie genau dort, wo man sich wieder traut zu fragen: Was brauche ich noch jenseits meiner Rolle als Mutter und Partnerin?